Sachbuch: Von Quanten und Wurmlöchern ..




   "Eine kurze Geschichte der Zeit"
  Stephen Hawking,
  Rowohlt Verlag,
  ISBN 3 499 60555-4




Man müsste es eigentlich gleich vorwegnehmen, denn der Titel dieses Buches ist ein Dokument der Bescheidenheit und -auf FachDeutsch- ein Euphemismus erster Kategorie: In seiner lapidar bezeichneten "Kurzen Geschichte der Zeit" versucht Hawking nicht weniger - und das ausgesprochen erfolgreich - als eine Beschreibung unserer Welt.

Aufbauend auf den historisch gewachsenen Modellen zur Erklärung und Beschreibung des Kosmos, angefangen bei Aristoteles, über Galilei, Newton bis hin zu Einstein entwickelt der Autor sein und somit auch das aktuelle VerständnisModell der jetztzeitlichen Physik.
Kern- und Brennpunkt der aktuellen Diskussion: Die Suche nach der alles vereinheitlichenden Weltformel, deren Entwicklung trotz oder gerade aufgrund des heutigen Wissensstandes in weite Ferne entrückt scheint. Mit heutiger Technik, sei es nun das Hubble-Teleskop oder der SuperCollider des europäischen CERN hat sich eine empirische Schere aufgetan: Der Mensch ist erstmals in der Lage ausserhalb unseres menschlichen Wahrnehmungsvermögens die Welten des unendlich Großen, der Galaxien und Sternenhauen, des Makrokosmos, aber auch des unendlich Kleinen, der Bausteine der Materie, des Mikrokosmos detailliert zu untersuchen und zu beschreiben.
So kam und kommt es zur Entwicklung einer ganzen Reihe von Teil-Theorien, die viele vielleicht hier und da schon einmal ansatzweise aufgeschnappt haben: Relativität, Strings, Kosmologische Konstante, Quanten u.a. Eine Vereinheitlichung erscheint damit durchaus wünschenswert und scheint aber auch insbesondere dem Naturell des Menschen entgegenzukommen ..
die Suche nach der "Einen Antwort" ..

Sowohl für Makro- als auch Mikrokosmos scheint man diesem Ziel schon sehr nahe gekommen zu sein. Probleme bereitet jedoch die Verknüpfung beider Bereiche.
Wie kann ich die Relativitäts- und Quantentherorie sinnvoll zusammenführen? Anschaulich gesprochen: Wie verknüpfe ich das unendlich Große mit dem unendlich Kleinen?! Anhand von ebenfalls recht anschaulichen Beispielen versucht Hawking sowohl in seiner wissenschaftlichen Arbeit als Physiker aber auch subsumierend im vorliegenden Text, eben diese Grenzbereiche beider Kosmen aufzuschlüsseln. Der zugrundeliegende Gedanke: Beschreibe ich einen Zustand, der den Makro- UND den Mikrokosmos beinhaltet, wird mich dies zur gesuchten Theorie der Vereinheitlichung führen ..
Verständlich nun, dass sich die Forschungsschwerpunkte Hawkings um die Theorie von Singulartitäten gruppieren, den sogenannten "Schwarzen Löchern", aber auch den "Urknall"-Szenarien. In beiden Fällen nämlich vereinigen astronomisch-kosmologische Phänomene durch ihre Konzentration und Fokussierung auf einen Punkt - als Singularität - den Makro- und den Mikrokosmos.

Auch wenn wir in den nächsten Jahren noch nicht mit der Klärung aller unserer Fragen rechnen können, vermittelt "Eine kurze Geschichte der Zeit" einen überaus fundierten Ein- und Überblick in den Stand der heutigen Physik.
Besonders lesenswert macht dieses Buch aber vor allem der Autor, der auf eine recht verständliche und anschauliche Art und Weise seine Modelle entwickelt. Selten zwar, aber gerade diese Fähigkeit zur Vereinfachung und reduzierten Darstellung, ohne dabei in banalen Populismus abzugleiten zeichnet Hawking vor vielen seiner Fachkollegen im Wissenschaftsbetrieb aus.
Wirkliches Verständnis von Fach- und Sachzusammehängen bedarf keiner Überqualifizierung duch ein Übermaß von Fachausdrücken. Insofern ist dieses Buch auch eher für den physikalischen Laien geschrieben, denn als Prestigeobjekt für die Fachwelt.
Ebenfalls macht letztendlich der Umfang des Buches seine Qualität aus: Auf nur knapp 270 Seiten schaffte Hawking seine Zusammenfassung der Welt ...




by fml
 
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