SpamFight - der Kampf um den Posteingang


Jeder Internet-Nutzer mit eigener eMail-Adresse kennt sie:
Spam-Mails oder UCE (unsolicitated commercial eMail), die Postwurfsendungen im häuslichen eBriefkasten, unerwünschte Massen-eMails mit meist kommerziellem Inhalt. Unaufgefordert landen sie im eigenen Postfach, da irgendjemand meine eMail-Adresse in irgendwelche Mailinglisten eingetragen hat.

Mailinglisten sind seit den Anfangszeiten des Internets an sich eine prima Sache, doch mit der zunehmenden eKommerzialisierung hat sich auch im Bereich eMail neben der Gefahr von Internet-Viren und -Würmern eine weitere Seuche etabliert, die sowohl User als auch Anbieter/Provider das Leben schwer macht.
Während dem Provider das Daten-Volumen der Spam-Flut Sorge und Kosten bereitet, vergeht dem Endnutzer die Freude am Medium eMail, sobald er seine eigentliche ePost in all der Müllflut im Posteingang nicht mehr wiederfindet.
Das Maximum meines täglichen Spam-Eingangs lag noch vor einiger Zeit bei 20/Tag - im Kreis befreundeter Webworker zeitweise bei bis zu 80/Tag.

Keine Frage, dass sich an diesem Punkt zwangsläufig die Notwendigkeit zu einem geregelten Umgang mit dem Spam-Problem ergab und als Lösungsmöglichkeiten stehen prinzipiell zwei Ansätze zur Verfügung.

In erster Linie sind es Spam-Filter, die inzwischen von einer Vielzahl von Anbietern bereitgestellt werden - angefangen von der einfachen Block-Funktion im Outlook Express, bis hin zu Blockiersystemen in Zusammenarbeit ganzer User-Gruppen, die Spam-Absender in jeweils aktuellen Block-Listen zusammenfassen und den Teilnehmern am heimischen Rechner eine stets aktualisierte, automatische Spam-Aussortierung ermöglichen.
Der Nachteil besteht natürlich auch hier in der missbräuchlichen Nutzung, indem Dritte die Server konkurrierender Anbieter und Firmen fälschlicherweise denunzieren und somit das ganze System untergraben.
Zu umgehen wäre dies nur durch eine gewissenhafte und redaktionelle Recherche einzelner, gemeldeter Spam-Fälle, was langfristig nur von unabhängigen Anbietern gegen Aufpreis und Kosten möglich sein wird.

Unabhängig davon ändert dieses Block-System selber offensichtlich nichts am tatsächlichen Aufkommen und Zahl der im Netz zirkulierenden Spams mit den dabei weiterhin enstehenden Kosten für alle am Internet Beteiligten.
Allein im Jahr 2002 lag der volkswirtschftliche Schaden durch Spamming weltweit bei 9 Mrd. Euro. Kosten, die selbstverständlich alle an den Internet-Nutzer weitergegeben werden.
Desweiteren bilden die Block-Listen ab einem gewissen Punkt selber eine Gefahr - wenn nämlich unsere ganz normale eMail an Freunde oder Geschäftspartner unterwegs im Netz geschluckt wird.

Aus diesem Grunde kann das Spam-Problem letztendlich nur auf einem Wege bekämpft werden: Statt Spams beim User via Block automatisiert zu löschen, sollten wir nach Möglichkeit versuchen, das Spam-Aufkommen selbst einzudämmen und an seiner Wurzel, an der Quelle, zu kappen.

Am ehesten ist die Arbeit eines Spam-Fighters mit der eines Detektivs zu vergleichen: Zunächst gilt es aus der Kopfzeile der jeweiligen eMail, dem sog. Header, den Absender herauszulesen. Mit Hilfe dieser IP-Adresse, der registrierten Nummer des jeweiligen Mail-Servers mit dem die Mail veschickt wurde, ermitteln wir anschliessend den Betreiber/Provider dieses Servers und informieren ihn mit der Spam-Mail als Anlage/Attachment über die missbräuchliche Nutzung seines Servers durch Spammer.
Auch wenn sich der Provider nicht immer für die Mithilfe persönlich bedanken kann, so zeigt diese Strategie doch zumindest Wirkung: Nach nur wenigen Wochen war mein Posteingang wieder weitestgehend Spam-frei und die gelegentlich neu nachkommenden Spams lassen sich nach obiger Strategie wieder recht gut beherrschen.

Dieser im wahrsten Sinne des Wortes 'radikale' Ansatz macht den Spam-Fighter aus und in seinem Kampf ist er nicht allein: Nicht nur gleichgesinnte User haben im Netz eine Vielzahl von Tools und Hilfen bereitgestellt - auch die meisten Anbieter/Hoster/Provider unterstützen diesen Kampf.
Schliesslich kann es nur in ihrem Interesse sein, wenn der Missbrauch von Serverspace und Datenleitung reduziert wird und viele Anbieter haben inzwischen Ressourcen bereitgestellt um der missbräuchlichen Nutzung entgegenzuwirken. So findet der Aktivist insbesondere bei grösseren Anbietern Ansprechpartner bei extra eingerichteten 'Helpdesks' oder Abuse-(Missbrauch) Abteilungen.

Wir sollten nicht übersehen, dass der Provider allein aufgrund der bei ihm auflaufenden Datenmengen gar nicht in der Lage ist, selber den Missbrauch seiner Server festzustellen - insofern ist er auf die Mithilfe des Endnutzers angewiesen.
Auch wenn der Einsatz des Users gegen Spam & Co. zeitaufwendiger ist als die Installation eines Spam-Filters, so würde es schon ausreichen, wenn jeder hin und wieder einzelnen Spam-Quellen nachgeht.

Das Internet ist und war es immer - die Summe all seiner Nutzer. Solange sich jeder ein wenig für das Ganze einsetzt, wird in dieser Summe aller auch in Zukunft der Missbrauch in jeglicher Beziehung nur eine Randerscheinung bleiben.

Aus diesem Grunde folgt für den interessierten Internet-Nutzer im Bereich Workshops eine kleine Hilfestellung samt Tipps zu Vermeidung und Umgang mit der Spam-Flut und vielleicht gelingt es ja, die zunehmende Vermüllung von Netz und Posteingang auf diesem Wege ein wenig einzuschränken.



weiter zum Workshop  -  Vermeidung und Umgang mit Spam-Mails



Links zum Thema 'Spam' :

samspade.org
Eine Initiative von Aktivisten gegen Spam mit einem umfangreichen Angebot an online-Werkzeugen zur Absender-Recherche für Spam-Mails; benannt übrigens nach dem Privatdetektiv Sam Spade (Humphrey Bogart) aus dem Schwarzweiss-Klassiker 'Der Falke'.

mailabuse.org
Eine non-profit Initiative mit Hinweisen und Tipps zum Umgang mit Spams.

Cloudmark - Filter PlugIn
Ein Freeware Plugin für Outlook, das die meisten Spams selbständig erkennt und aussortiert.


weiteres zum Thema  -  Forum webart.org



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